Diese 25 Sprachspiele für Kinder in der Kita und Vorschule machen Spaß, bringen Kinder in Bewegung und stärken die Sprache und die phonologische Bewusstheit.
Die phonologische Bewusstheit ist die Fähigkeit, Wörter zu analysieren und bewusst mit Sprache zu spielen. Sie gilt als eine der wichtigsten Voraussetzungen, um lesen und schreiben lernen zu können.
Vorschulkinder mit gut entwickelter phonologischer Bewusstheit können zum Beispiel folgende Fragen beantworten:
- Wie viele Silben hat das Wort Tram-po-lin?
- Was reimt sich auf Haus? Tür oder Maus?
- Welches Wort fängt mit A an? Ameise oder Murmel?
Sie entwickelt sich meist ab ca. 3 bis 4 Jahren, wenn Kinder in einer sprachreichen Umgebung aufwachsen. Allerdings zeigen vor allem Kinder mit auffälliger Sprachentwicklung und auch ehemalige Late-Talker häufig Schwierigkeiten beim Reimen, Silben erkennen oder beim Heraushören von Lauten.
Die phonologischen Bewusstheit kann wunderbar in Spielen gefördert werden. Hier habe ich meine 25 liebsten Sprachspiele für Kindergruppen in Kita und Vorschule zusammengestellt. Viel Spaß!
Inhalt des Artikels
Reimspiele
Für die folgenden Reimspiele werden Bildkarten mit Reimpaaren benötigt. Hier kannst du dir meine Reimkartensammlung kostenlos herunterladen.
- Stopp-Reim: Im Raum werden 5-7 Bildkarten verteilt. Alle Kinder laufen zu Musik im Raum umher. Wenn die Musik stoppt, wird eine Reimfrage gestellt, zum Beispiel: „Was reimt sich auf Hose?“ Nun suchen die Kinder das passende Reimwort (Rose) und stellen sich zu dieser Karte. Alternativ kann auch ein Quatschreim genannt werden: Was reimt sich auf Melebant? Elefant!
- 1, 2 oder 3: Ans Ende des Raumes werden drei Stühle gestellt. Auf jedem Stuhl liegt eine Karte. Eine vierte Reimkarte wird gezogen und benannt. Auf welchem Stuhl liegt die dazu passende Reimkarte? Die Kinder entscheiden sich für einen Stuhl und stellen sich dahinter. Dann wird der Spruch gesprochen: „1, 2 oder 3, letzte Chance, vorbei! Ob ihr wirklich richtig steht, seht ihr, wenn das Licht angeht.“ Nun wird mit der Taschenlampe auf den richtigen Stuhl geleuchtet.
- Reimgeschichten: Ein Bilderbuch mit einer gereimten Geschichte wird vorgelesen. Das Reimwort wird weggelassen, die Kinder sollen es ergänzen („Es war einmal ein Hase mit einer roten…“).
- Malreime: Jedes Kind bekommt Papier und Stifte. Nun wird ein Malreim vorgelesen und gemeinsam Schritt für Schritt gemalt. Meinen Malreim für ein Huhn findest du hier.

- Reim-Labyrinth: Auf dem Boden oder Tisch wird mit Bausteinen ein Labyrinth gebaut oder mit Stiften auf eine große Pappe aufgemalt. An jeder Abzweigung liegen zwei Bildkarten (z.B. Maus und Tür). Die Kinder bekommen eine dritte Bildkarte gezeigt, die sich auf eine der zwei Bildkarten reimt (z.B. Haus). Der richtige Weg führt am Reimwort vorbei (Maus).
- Reim-Memory: Alle Karten liegen verdeckt auf dem Tisch. Ein Kind dreht eine Karte um und sucht eine passende zweite Karte, die sich auf die erste Karte reimt.
- Reim-Lauf: Auf dem Boden werden mehrere Seile oder Hütchen verteilt. Die Kinder starten in mehreren Kleingruppen an der Startlinie. Ein Wort wird genannt und die Kinder sollen gemeinsam ein Reimwort finden. Es kann auch ein Quatschreim sein. Wenn ein Reimwort genannt wurde, dürfen alle Kinder der Kleingruppe ein Seil / Hütchen nach vorne gehen. Die Kleingruppe, die den Lauf als schnellstes geschafft hat, hat gewonnen.
- Mein rechter Platz ist frei: Die Kinder sitzen im Kreis, jedes Kind bekommt eine Bildkarte aus einem Reim-Memory. Das Kind mit einem rechten freien Platz beginnt und sagt: „Mein rechter, rechter Platz ist frei, ich rufe das Reimwort für „Tasche“ herbei.“
- Kartensalat: Die Hälfte der Reimkarten wird unter ein Tuch gelegt, die jeweils passenden Reimwortkarten an die Kinder verteilt. Nacheinander wird eine Karte unter dem Tuch hervorgeholt und geschaut, ob es sich auf das eigene Bild reimt.
Silbenspiele
Für die Silbenspiele können Gegenstände oder auch Bildkarten verwendet werden. Eine passende Bildkartensammlung für Silbenspiele kannst du dir hier kostenlos herunterladen und ausdrucken.
- Silbenklatschen mal anders: Die Kinder suchen sich verschiedene Bewegungen aus (z.B. stampfen) und stampfen die Silben ihres Namens.
- Silbenpuzzle: Bilder von Alltagsgegenständen, Nahrungsmitteln, Tieren,… werden in die jeweilige Silbenanzahl geschnitten. Die Kinder puzzeln die Bilder zusammen und prüfen die Silbenanzahl.
- Silben-Frosch: Mit Malerkrepp o.ä. werden Markierungen auf den Boden geklebt. Alle Kinder stellen sich an den Start. Jede Kind zieht eine Bildkarten und springt die Anzahl der Silben auf den Markierungen. Wer zuerst am Ziel angekommen ist, hat gewonnen.
- Silben-Trumpf: Dieses Spiel ist in der Einzelförderung oder für die Kleingruppe geeignet. Jedes Kind bekommt die gleiche Anzahl Bildkarten und 5 Steine o.ä. Gleichzeitig dreht jedes Kind die oberste Karte um und schiebt beim Benennen des Bildes die Steine nach Anzahl der Silben ein Stück nach oben. So wird sichtbar, wieviele Silben jedes Wort hat. Das Kind mit den meisten Silben bekommt die Karten der anderen Kinder. Bei einer gleich hohen Anzahl spielen diese Kinder nochmal gegeneinander.
- Reim-Rap: Gemeinsam wird ein Reim gesprochen und dazu im Rhythmus der Silben geklatscht (zum Beispiel: 2x Oberschenkel, 1x Hände). Einen Reim-Rap, der auch das Selbstwertgefühl stärkt, findest du hier.


Spielen, Sprechen, Spaß haben!
Viele weitere Sprachspiele, Spielmaterial und Tipps zur Sprachförderung von Kindern zwischen 2 und 6 Jahren findest du in meinem Spielebuch „Spielen, Sprechen, Spaß haben!“
Lauthörspiele
Während auch schon drei- bis vierjährige Kinder reimen und Silben erkennen können, ist das Heraushören einzelner Laute auch für viele Vorschulkinder noch schwierig. Es ist deshalb sinnvoll, zunächst mit leichteren Übungen zu beginnen.
Hier sind meine drei Tipps:
- Beginne mit dem Hören von Anlauten (also dem ersten Laut eines Wortes).
- Beginne mit Lauten, die dehnbar sind (die sog. Frikative). Das sind zum Beispiel f, m und l. Diese Laute sind leichter wahrnehmbar als nicht-dehnbare Laute (Plosive) wie k oder d.
- Laute und Buchstaben sind nicht das Gleiche. Das Wort „Fuchs“ enthält zum Beispiel den Laut „k“, das Wort „Strauß“ beginnt mit dem Laut „sch“ und das Wort „Wind“ endet mit dem Laut „t“. Erst, wenn Kinder die Laute eines Wortes genau wahrnehmen können, gelingt das Schreiben. Die Rechtschreibregeln in der Schule bauen auf dieser Wahrnehmung auf.
- Was ist gleich: In der Stuhlkreismitte liegen mehrere Gegenstände, die mit dem gleichen Laut beginnen, zum Beispiel dem Laut „f“: Feder, Fussball, Fahne, Fuchs, Foto, Frosch,… . Die Kinder sollen herausfinden, was an diesen Gegenständen gleich ist. Tipp: Falls das schwer fällt, können Hinweise gegeben werden: Sind alle Gegenstände schwer? Nein. Sind alle Gegenstände ein Tier? Nein. Hört nochmal genau hin, ich benenne nochmal alle Gegenstände…
- Wörtersuche: Ein Laut wird vorgegeben, zum Beispiel „m“. Die Kinder sollen Gegenstände suchen, die mit diesem Laut beginnen (Murmel, Mond, Maus) und zum Stuhlkreis bringen. Anschließend wird gemeinsam besprochen, wie die Gegenstände heißen und ob sie tatsächlich alle mit „m“ beginnen.
- Namenspiel: Alle Kinder sitzen im Kreis. Ein Kind beginnt und nennt seinen Namen. Die anderen Kinder hören heraus, mit welchem Laut der Name beginnt. Nun wird ein Wort gesucht, das mit dem gleichen Laut beginnt. Zum Beispiel: Anna – Ananas.
- Postbotenspiel: In einen Schuhkarton wird ein Schlitz geschnitten. Dies ist der Briefkasten. Die Kinder bekommen Briefe (Bildkarten). Nur die Briefe, die einen bestimmten Laut enthalten, kommen in den Briefkasten. Falls das Heraushören des Lautes aus der Wortmitte schwerfällt, können zu Beginn auch nur die Anfangslaute von Wörtern herausgehört werden.

Spiele zur auditiven Wahrnehmung
Die folgenden Spiele sind ideal zu Beginn des Morgenkreises oder der Vorschulstunde, um die Aufmerksamkeit aufs genaue Hören zu lenken.
- Silent Night: Die Kinder sitzen im Kreis. So vorsichtig wie möglich wird ein Glöckchenband weitergegeben. Die anderen Kinder lauschen, ob sie das Glöckchen hören oder ob es wirklich still ist.
- Schlüsselkönig: Die Kinder sitzen im Kreis, ein Kind sitzt mit geschlossenen Augen in der Mitte. Hinter diesem Kind liegt ein Schlüsselbund. Ein anderes Kind versucht, den Schlüsselbund ganz leise zu holen und versteckt ihn hinter seinem Rücken. Das Kind aus der Mitte errät nun, welches Kind den Schlüsselbund hat.
- Stille Minute: Wer schafft es, eine Minute ganz still zu sein und zu lauschen? Anschließend können die Kinder erzählen, welche Geräusche sie gehört haben.
- Räuber finden: Alle Kinder sitzen im Raum verteilt. Ein Kind schleicht durch den Raum. Die Kinder hören genau hin, wohin sich der Räuber bewegt und zeigen mit dem Finger in diese Richtung.
- Geräusch-Memory: Jeweils zwei Dosen werden mit dem selben Füllmaterial gefüllt. Durch das Schütteln der Dosen sollen die jeweiligen Paare gefunden werden.

- Alltagsgeräusche erkennen: Mit Hilfe verschiedener Alltagsgegenstände wird ein Geräusch vorgemacht (z.B. Zeitungsrascheln, Kugelschreiber klicken, mit einer Schere schneiden). Die Kinder hören mit geschlossenen Augen zu und versuchen dann, den passenden Gegenstand in der Mitte zu finden, der zum Geräusch passt. Besonders viel Spaß macht es, wenn eine kleine Kindergruppe vorher einige Geräusche aufnehmen darf (besonders beliebt: die Klospülung :)) und die große Gruppe dann die Geräusche rät.
- Instrumente-Parcours: Im Raum sind 3-4 Kinder mit Instrumenten verteilt (Triangel, Trommel, Klanghölzer,…). Die anderen Kinder bekommen nacheinander die Augen verbunden. Das Kind mit dem ersten Instrument beginnt zu spielen. Das Kind mit den verbundenen Augen versucht, dieses Kind zu finden. Anschließend beginnt das zweite Kind, sein Instrument zu spielen. Das Kind sucht wiederum dieses Instrument. So leiten die Instrumente das Kind bis zum Ziel.
Welches Spiel probierst du zuerst aus? Schreib es mir gerne in die Kommentare!

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